Autor Thema: Im Test: Navionics Platinum+ MAP im Lowrance HDS Carbon  (Gelesen 294 mal)

Offline TACKLEFEVER

  • Dieser Beitrag beinhaltet Werbung
  • *****
  • Beiträge: 729
  • Dieser Beitrag beinhaltet Werbung
    • Realname: TACKLEFEVER
Im Test: Navionics Platinum+ MAP im Lowrance HDS Carbon
« am: 04 November 2017, 14:14:04 »
Dieser Beitrag betrifft die Navionics Platinum+ Map in einem Lowrance HDS Carbon gerät.

Test einer Navionics Platinum+ im Lowrance HDS Carbon.

Um es gleich vorweg zu sagen: Dies ist kein gesponserter Beitrag, in dem der „getestete“
Ausrüstungsbestandteil, auch wenn er offenkundige Mängel hat über den Klee hinweg
gelobt wird. Das Ziel des TACKLEFEVER Teams ist eine objektive Beratung und gemeinsame
Einschätzung des Teams und keine Lobhudelei, wie sie manchmal anderweitig zu finden ist.

Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr und basieren
rein auf den Einschätzungen und Empfindungen der Tester.

Wer unterwegs ist und es kompakt haben möchte geht gleich zum Gesamt Fazit


Unser ausführlicher Test der Platinum+ MAP mit dem Lowrance HDS Carbon.

Im diesem Test hatten wir die Navionics Platinum+ Norwegen Nord-West (11P+ Large)
mit einem HDS-7 Carbon, wobei ein HDS aus der Gen3 Serie vermutlich ähnliche
Ergebnisse liefern sollte. Vielleicht sollte man auch noch den stolzen UVP von 365 €
erwähnen, wobei der Straßenpreis aktuell bei ca. 340 € lag.

Als Team, welches ganz genau weiß, wie man eine MAP individuell baut und das seit
mehreren Jahren über eine eigene MAP aus Norwegendaten verfügt. waren wir daher
zunächst skeptisch, was das Preis/Leistungsverhältnis angeht. Und wir sind es immer
noch, denn bei solch hohen Kosten zuzüglich denen für ein anständiges GPS-Echolot
können wir uns nicht vorstellen, dass diese MAP der Umsatzrenner sein kann.

Denn am häufigsten fragen uns Echolot/Mapping Einsteiger im TACKLEFEVER Forum
nach Einsteiger Geräten unterhalb 500 € oder die Semi-Pro’s
dann nach der nächsten Kategorie 500 € bis knapp über 1.000 €.
Oftmals ist dann zunächst kein Budget mehr übrig um noch eine extra MAP zu kaufen.

Aber es soll hier hauptsächlich um fachliche Fakten zur praktischen
Nutzung gehen und erst im zweiten Blick um den Kaufpreis der MAP.

Vorweg gesagt wurden unsere technischen Zweifel überwiegend ausgeräumt.
Zumindest die Fänge des Haupt Testers Jörg sprachen hier eine eindeutige Sprache,
als er die MAP in der Praxis, direkt in Norwegen testete,

Aber zunächst: Eins nach dem Anderen …

Die Norwegenkarte befindet sich auf einer microSD und besteht im Wesentlichen aus
einer Seekarte mit gröberen Tiefenlinien und Sonarchart, den bekannten Tiefenlinien
im 2 m Abstand oder auch weniger (weitere Info hierzu später).

Das uns am meisten interessierende Detail war jedoch Sonarchart Live.

Die Berichte im Netz haben uns und viele andere Nutzer zunächst irritiert weshalb auch
gewisse Zweifel aufkamen. Manche bekamen z.B. den Eindruck, dass diese Option nur
mit einem mitgeführten Smartphone/Tablet und der Navionics eigenen  „Boating App“
funktioniert. Dem ist nicht so, vielmehr kann das Carbon damit, ähnlich wie bei
Humminbird, Garmin und Raymarine, mit einer aktivierten Navionics-MAP, simultan
eine eigene Tiefenkarte aus den gerade aufgenommenen Logdaten erzeugen.

Man sieht also tatsächlich live wie die Tiefenlinien entstehen oder beim erneuten
Überfahren angepasst werden. Diese Daten werden zwar auf der Navionics-MAP
gespeichert, entstehen aber offenbar im Gerät.

Der Umfang der Daten bzw. genauer gesagt die Größe der Dateien bei einem mehrere
Stunden (geschätzt 10 h) dauernden Mitschnitt betrug keine hundert Kilobyte.

Auf der 8 GB microSD-Karte sind noch mehr als 700 MB frei, somit
sollte wohl ausreichend Platz für große Flächen verfügbar sein.

Ein Nebenaspekt soll nicht unerwähnt bleiben:
Man kann nicht nur im Abdeckungsgebiet der Platinum+ MAP
über Sonarchart Live Daten erzeugen, sondern auch außerhalb,
also auch auf einem Gewässer hier in Deutschland.


Gleichzeitig kann man sich die erzeugten MAPs bei eingelegter Navionics MAP,
aber nur wenn das Gerät einen GPS-Fix hat, auch zu Hause ansehen.

Also mal kurz mit dem Gerät raus, Satelliten finden
und schon kann man das Overlay heranzoomen.

Aus den Nutzer-Daten heraus kann man bei Sonarchart Live eine Kachelstruktur
vermuten, was auf einen eventuell möglichen Datenaustausch per Kopie auf eine
ebenso geeignete/aktivierte Navionics-MAP schließen läßt (Der Test dazu läuft gerade).

Aber vorerst mal genug aus dem Trockendock, jetzt wollen wir euch mal ein paar
Bilder aus den Daten zeigen die Jörg beim Test in Norwegen aufgezeichnet hat.

Die folgenden 4 Screenshots zeigen ein und dasselbe Gebiet.

Sonarchart Live Bilder mit der Einstellung: (Klick auf ein Bild vergrößert es)
“SC Density” very high, Tiefenlinien alle 1/2 m


“SC Density” medium, Tiefenlinien alle 2 m


  “SC Density” high, Tiefenlinien alle 1 m


“SC Density” low, Tiefenlinien alle 4 m


Der Grund für die verschiedenen Optionen der Einstellung “SC Density” ist leicht erkennbar.
Vor allem in tiefen und stark strukturierten Gewässern machen zu enge Tiefenlinien wenig
Sinn, denn dabei entsteht ein Liniensalat, der kaum noch überschaut werden kann.

Die gleiche Einstellung wirkt sich auch auf die bereits vorhandenen Sonarchart-Linien der MAP
aus. Gleichzeitiges Anzeigen von „Sonarchart“ und Sonarchart Live“ sollte jedoch nicht
erfolgen, denn dabei gibt es auch Liniensalat. Leider stellten wir dabei auch fest, dass die
Sonarchart-Linien gar nicht so genau sind wie wir uns das vorgestellt und gewünscht hatten.

Eigentlich sind sie meist nur plumpe Interpolationen zwischen zwei
größeren Tiefenlinien aus der Navigationskarte (z. B. 40 und 50 m).

Einige Worte noch zur Interpolation, also dem Prozess,
der am Ende die Tiefenlinien hervorbringt:

Die zugrunde liegende Rasterinterpolation bleibt unsichtbar, eigentlich werden aber genau
daraus die Tiefenlinien erzeugt. Auch wenn Navionics das genaue Verfahren geheim hält,
könnte man auf Kriging schließen. Die dabei erzeugte Spur an Tiefenlinien geht je 20 m
nach beiden Seiten. Das ist eine Menge Holz für eine Linie von exakt senkrechten Daten.

Daraus folgt dann, man sollte nach Möglichkeit unter 20 m, möglichst 10 m oder noch näher
zur vorhandenen Spur die nächste parallel anlegen. Das wird im praktischen Gebrauch oft
nicht wirklich klappen weshalb so die bekannten Löcher in der MAP ohne Daten entstehen.

Wenn man ein gewisses Gebiet geloggt hat, dann muss man wissen, dass alle
Daten am Rande mit Vorsicht zu genießen sind, da ihnen quasi der Interpolationspartner fehlt.

Gleiches gilt für Uferbereiche denn Sonarchart Live interpoliert nicht gegen Ufer, selbst wenn
Ufer in der MAP vorhanden sind, angezeigt werden und eigentlich auch dafür geeignet wären.


Aber damit verhält sich Sonarchart Live ähnlich wie aktuell auch Autochart oder Quickdraw.
Das Interpolieren gegen Ufer erfolgt vermutlich erst durch Navionics, wenn die Daten vorab
übermittelt wurden und das Ergebnis dann per Online Update wieder zugänglich gemacht
wird (Ähnlich wie z.B. bei C-Map Genesis).

Wettbewerbsseitig schätzen wir das ganze wie folgt ein:
  • Humminbird‘s Autochart Live scheint besser als Sonarchart Live,
    unter anderem wegen der Farbnutzung.
  • Sonarchart Live scheint besser als Quickdraw, weil die MAP wirklich sofort
    entsteht und für viele sehr wichtig, hier mit Meterwerten statt Fuß gearbeitet wird.
Navionics und Navico könnten hier aber schnell gleich oder sogar an den Mitbewerbern
vorbeiziehen, wenn sie die genannten Einschränkungen überwinden würden.

Wie genau ist der Hinweis mit den Farben zu verstehen?
Nun, üblicherweise entsteht das Sonarchart Overlay in Form von beschrifteten
schwarzen Linien auf weißem Grund (ohne Transparenzeinstellungen).
Mit den Einstellungen „Sonarchart Live Optionen“ kann man im Flachwasserbereich abgestuft rote
Tiefenbereiche erzeugen. Dies hilft bei der Orientierung, ist aber unserer Einschätzung nach,
bezüglich der Anzahl der verfügbaren Farben bzw. Farbpaletten, noch verbesserungsfähig.
HDS-Geräte zumindest sollten rein technisch eigentlich viel mehr leisten können!

Bild 5: Eingefärbte Flachwasserbereiche bei Sonarchart Live


Ein dickes Minus gibt es für das immer noch nicht beseitigte Problem, dass
mit bestimmten Gebern keine Kartenupdates erzeugt werden können.

Man kann über die PC-Software „Chart Installer“ nur gpx-Dateien für ein künftiges Kartenupdate
verwenden, da die auf der Navionics-MAP gespeicherten Sonarchart Live Dateien oder evtl. auf
einer weiteren microSD-Karte mitgeschnittene SL2/SL3-Dateien nicht akzeptiert werden.
Somit muss man aus seinen Trackdaten eine gpx-Datei auf die Navionics-SD-Karte exportieren.

Aber bei diversen Gebern wie z.B. dem Airmar TM150M klappt das derzeit nicht,
denn es werden, anders als beim Lowrance-Standardgeber mit 200 kHz,
keine Tiefenwerte in einer vom HDS exportierten gpx-Datei gespeichert.

Wir können hierbei jedoch nicht verstehen warum dies so ist,
es gibt aus unserer Sicht keinen technischen Grund für diese Einschränkung.


Die Bearbeitung des Kartenupdates nach Übermittlung einer korrekten gpx-Datei mit Tiefenwerten
sollte etwa eine Woche umfassen. Ein Problem von sehr großen MAPs wie der „Norwegen-Nordwest“
ist dabei, dass immer nur ein komplettes Update möglich ist, welches aber knapp unter 2 GB Größe
liegt. Warum hier nicht Kachel für Kachel geprüft wird, was bleiben kann und was neu auf die MAP
muss, bleibt ein Rätsel. Vielleicht ist dies einer internen Datenstruktur geschuldet.

Diese kleinen und großen technischen Probleme haben uns daher dazu bewogen,
auch Logdaten als SL2/SL3 mitzuschneiden um diese später in Reefmaster so zu
verarbeiten, wie es uns am Besten passt. Das zusätzliche Mitschneiden der Logs
funktioniert beim Test simultan und problemlos zum laufenden Sonarchart Live.

Wir haben uns letztlich aber immer wieder gefragt:
Warum gibt Navico die Option der live erzeugten MAP für höherpreisige Geräte nicht
frei, sondern beschränkt diese auf eine Kombination mit Navionics-Kaufkarten?

Unseres Erachtens bedeutet dies, bezogen auf alternative Mitbewerber wie z.B. Garmin und
Humminbird Geräte der höheren Preisklassen, einen deutlichen Wettbewerbsnachteil, da
deren ähnliche Funktion kostenlos, bzw. mit viel geringerem finanziellen Aufwand nutzbar ist.

Wir können nur vermuten, ob hier vielleicht auch Patentrechtliche oder tatsächlich technische
oder auch einfach „Know How“ Aspekte eine Rolle spielen, denn es scheint als ob Navico lediglich
die Navionics Funktionen/Bibliotheken lizenziert hat und nutzt, aber keine eigenen Bestrebungen
hat diese Funktionalität selbst zu entwickeln und in die Geräte zu integrieren.

Vielleicht ändert sich dies ja durch den Kauf von Navionics durch Garmin.
Wir wünschen es uns jedenfalls, denn damit entfiele der Kauf einer externen Map.
Ob Navico diese Funktion jedoch kostenlos bereit stellt ist fraglich.

Denkbar wäre z.B. eine Koppelung an das inzwischen abgespaltene "C-MAP Genesis",
z.B. an ein Premium Abo oder ähnliches, um das ganze quer zu subventionieren.

Das schönste aber wäre eine kostenlose Bereitstellung, man darf ja noch träumen :-)

Weiter im Test:
Als besonders brauchbar erweist sich bei den HDS-Geräten die neue Funktion „Farbige Tracklinien
nach Geschwindigkeit über Grund“. Man sieht dabei sehr gut, welche Bereiche bereits
befischt und welche einfach nur überfahren wurden, etwa für einen Neuansatz der Drift.

Einen Nachteil gibt es dabei aber auch noch zu erwähnen:
Blendet man einmal den betreffenden Track aus oder legt einen neuen an, dann
verschwinden die Farbabstufungen und es bleibt nur ein einfarbiger Track zurück.
Hier sollte Navico eventuell noch nachlegen um diese Informationen dauerhaft zu erhalten.

Bild 6: Sonarchart Live und Tracklinien mit unterschiedlichen Farben je nach Fahrtgeschwindigkeit


Eine durchaus wichtige Funktion ist die der Reduzierung von Tiefenlinien ab einer bestimmten Tiefe.
Sie ist aber nur für Sonarchart und die Navigationskarte, nicht jedoch für Sonarchart Live möglich.

Bild 7: Konturentiefe bei Sonachart „5 m“


Bild 8: Konturentiefe bei Sonachart „20 m“


Bild 9: Konturentiefe bei Sonachart „Alle“


Weitere Einstellungen und deren Anwendung zeigen wir nun anhand der Navigationskarte,
also der vorhandenen Navionics-MAP mit den groben Tiefenlinien.

Eine überaus wichtige Option gerade für Angler im Uferbereich oder Flachwasser ist „Schatten“.
Dabei handelt es sich um ein durchscheinendes oder transparent überlagerndes Overlay, was
Reefmaster Nutzer als ShadedRelief bekannt ist. Im Prinzip wird dabei so getan, als wäre ein
Unterwasserberg gar nicht unter Wasser und würde in der Sonne einen Schatten werfen.

Hierbei handelt es sich um ein gebräuchliches GIS-Element, welches
den optischen Geländeeindruck deutlich verstärken kann. RM Nutzer kennen dies auch schon.

Bild 10: MAP ohne „Schatten“

  Bild 11: MAP mit „Schatten“

Man erhält in der Tat eine plastische Vorstellung vom Meeresgrund und kann insbesondere
Kanten besser erkennen und befischen. Diese Option war für uns ganz entscheidend und wir
überlegen gerade, ob wir unsere eigenen MAPs auch damit versehen sollten. Technologisch
sehr interessant ist dabei, wie Navionics den doch erheblichen Speicherbedarf solcher
Elemente relativ moderat gestalten konnte.

Allerdings muss man dabei auch bedenken, dass es einen Unterschied macht aus welcher
Perspektive man die MAP anschaut. Hier kann es auch schon mal leicht verwirrend wirken
wenn die MAP auf dem Gerät gedreht dargestellt wird, daher haben wir das bei unseren
eigenen maps nicht zum Standard gemacht, denn bei reinen Tiefenlinien ist dies kein Problem.

Als nächstes Element kann man vor allem als Uferangler die Option „sichere Tiefe“ nutzen,
denn man erhält damit einen Anhaltspunkt für interessante Areale,
obwohl es ursprünglich eigentlich um Sicherheitsfragen geht.

Bild 12: MAP ohne „sichere Tiefe“ => „Aus“


Bild 13: MAP ohne „sichere Tiefe“ => „5 m“


Bild 14: MAP ohne „sichere Tiefe“ => „20 m“


Wie in den Bildern 13 und 14 zu sehen ist, stimmen die Daten nicht immer.
Nicht alle Areale sind in Norwegen exakt vermessen und in bestimmten Bereichen fehlen
dann Tiefenangaben, zu erkennen beispielsweise im linken oberen Bereich der MAP und
unter anderem auch am etwas dunkleren Blauton.

Tiden spielen ja gerade in Norwegen eine große Rolle.
Dummerweise hatten wir an einem Tag unser Smartphone vergessen und konnten nicht
auf unsere geliebte App „Gezeiten“ zurückgreifen. In diesem Fall kann man auf der MAP
nach Tidenstationen suchen und deren Information nutzen.

Das Beispiel zeigt eine ablaufende Flut mit mittlerem Wasserstand.

Bild 15: MAP ohne Tidensymbol


Da wir ja ganz genau wissen, dass man Luftbilder wegen ihres Speicherbedarf nicht so
ohne Weiteres auf eine ausreichend große Speicherkarte bekommt, waren wir gespannt,
wie Navionics dieses Problem löst: Man verwendet einfach nur zwei Ebenen.

Bild 16: MAP mit Luftbild „nur Land“ für weiteren Zoom


Bild 17: MAP mit Luftbild „nur Land“ für dichteren Zoom


Die Auflösung des Luftbildes für dichteren Zoom ist bemerkenswert gut.
Es bestehen auch noch weitere Luftbildoptionen, die hier kurz bildlich dargestellt werden.

Bild 18: MAP mit Luftbild „Land und Flachwasser“


Bild 19: MAP mit Luftbild „Voll“


Bild 20: MAP im Vergleich dazu mit ausgeblendetem Luftbild


Aus dem Binnenwasser kennt man den Modus „Highlight Tiefen“ den
verschiedene Programme oder GPS-Echolote bereits beherrschen.

Insofern hat ihn auch Navionics unter der Bezeichnung „Fischrange“ integriert.

Bild 21: MAP mit Fischrange von 8 bis 30 m, dargestellt wird der Einstellbereich
„Fisch range minimum“, bei „Fischrange maximum“ wird analog verfahren.
Der Bereich des Fischranges ist „weiß“ gegenüber „blau“ für alle anderen Tiefenflächen


Bild 22: MAP ohne Fischrange im Vergleich dazu mit weißen Tiefenflächen bis zur
„sicheren Tiefe“. Weniger interessant für Angler finden wir die Option „Flachwasser“
denn diese zeigt bis max. 9 m nur eine Punktewolke aus kleinen roten Kreuzen


Bild 23: MAP ohne hervorgehobenen Flachwasserbereich


Bild 24: MAP mit hervorgehobenem Flachwasserbereich bis 9 m Wassertiefe


Gleiches gilt für die 3D-Option der MAP.
Dieses scheint uns lediglich für Fahrten geeignet zu sein, wobei man jedoch genauso
gut auf die 2D-MAP zurückgreifen kann. Sicherlich sieht es bei anderen Optionen
wie Radar anders aus, aber für die praktische Angelei scheint uns der Nutzwert gering.
Das mag auch daran liegen, dass man die künstliche Überhöhung nicht ändern kann.

Flache Bereiche erscheinen damit recht platt, obwohl man
dies in anderen GIS-Anwendungen leicht ändern könnte.   

Bild 25: MAP mit 3D Ansicht


Unser Fazit:

Insgesamt gesehen stellt die Navionics Platinum+ MAP in
Kombination mit den neueren HDS einen Mehrwert dar.

Diesen Mehrwert kann der Anwender aber erst in Anspruch nehmen,
wenn er bereit ist, den stolzen Preis für eine Navionics MAP zu zahlen.
Wobei es aber auch noch günstigere MAPs mit gleichen Eigenschaften
aber z.B. geringeren Abdeckungsgebieten wie die hier getestete,
aus dem Hause Navionics gibt.

Der Nutzwert ergibt sich vor allem aus sehr sinnvollen Einstellungen zu
Tiefenbereichen, mehreren Themenkarten bzw. Overlays,
vor allem aber durch die Funktionen Schatten und Sonarchart Live.

Aber auch das Kartenmaterial insgesamt ist sehr hilfreich, weil es tatsächlich
Strukturen im Wasser zeigt, die andere MAPs nicht vorweisen können.

Die Kombination der Navionics-MAP mit dem HDS Carbon
(Das sollte wie bereits erwähnt auch für das Gen3 gelten können.)
hat wie wir erwähnt haben, eine Reihe kleinerer Einschränkungen,
die vielleicht aus Technischen- oder Marketinggründen bestehen.

Da der Markt jedoch nicht schläft und insbesondere Humminbird eine starke
Konkurrenz bei Live erzeugten MAPs darstellt, sollten der Kartenanbieter
und der Gerätehersteller an schnellen Verbesserungen arbeiten.

Wirklich sehr kontrovers sind unsere Meinungen bezüglich des Kaufpreises
der Platinum+ Map. Während Jörg als Norwegenangler den Kaufpreis etwas
positiver sieht, da er einen konkreten Nutzen bei einigen Aspekten für
Norwegen feststellte, ist Luke, für den Norwegen kein Thema ist,
bezogen auf die Binnengewässer hier in Deutschland der Meinung:
es gibt für Lowrance/Simrad, genug MAPs im „Social Map“
Angebot von C-MAP Genesis, zum kostenlosen Download.

Luke sieht das Geld daher besser angelegt im Kauf z.B. eines Garmin Striker,
das Quickdraw kann, wenn es um das Live Mapping geht.
Denn bei Garmin gibt es Quickdraw in der neuen Striker Plus Serie
bereits ab einem UVP von unter 200 Euro.

Luke würde lieber mit einem zweiten Gerät arbeiten,
während Jörg eher die Integration in einem Gerät schätzt.

Beiden stimmen jedoch darin überein, dass wenn Navico die Live Mapping
Funktion ohne Navionics integrieren würde, würde sich ein weiteres Gerät
oder eben die Navionics MAP erübrigen und das Geld könnte besser in
z.B. einem größeren Bildschirm angelegt werden.

Dann wäre die Navionics Kaufkarte reduziert auf ihre Darstellung
von konkreten Gebieten und nur noch im Vergleich zu anderen
Kaufkarten ohne besondere Funktionen zu sehen.

Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr und basieren
rein auf den Einschätzungen und Empfindungen der Tester.


Weitere Info:
Navioncis Maps können auch im Insight Planner angezeigt werden,
wie wir hier im ergänzenden Thema aufzeigen:
Laden einer Navionics Map in den Insight Planner
TACKLE FEVER Forum

Offline Fraesenmann

  • Schwarmfisch
  • **
  • Beiträge: 79
    • Realname: Ronny
  • My/Mein Echo Equipment: HDS-7 G3
Re: Im Test: Navionics Platinum+ MAP im Lowrance HDS Carbon
« Antwort #1 am: 08 November 2017, 16:39:10 »
Hallo Jörg,

sehr geil dokumentiert und ausgearbeitet. Ich denke bei solch einer solch ausführlichen Beschreibung bleiben keine Überraschungen offen. Mir scheint als ob die Sonarcharts Norwegen wie auch im Binnenbereich D ehr einer sehr dürftigen Datenlage entsprechen.

Gruß Ronny

Offline fjordfischer

  • Waller
  • ******
  • Beiträge: 1851
    • Realname: Jörg
  • My/Mein Echo Equipment: HDS-7 Carbon, HDS-7 G3, HDS-7 G2, SS3D, echoMAP-71sv
Re: Im Test: Navionics Platinum+ MAP im Lowrance HDS Carbon
« Antwort #2 am: 12 November 2017, 16:44:24 »
Das muss man sehr differenziert sehen.
Die Grundlage der Navigationskarte bei Tiefenlinien und Tiefenflächen ist
kaum von den Daten zu unterscheiden, die frei erhältlich sind. Diese Daten
sind grundsätzlich recht akkurat, weisen aber eben Lücken auf.

Beispiel, wenn zwischen der 100 und 150 m Tiefenlinie ein Loch oder eine
Einbuchtung mit 200 m Radius und Eintiefung auf 120 m auftritt, dann
erscheint dieses nicht immer in der Karte ist aber ein möglicherweise
anglerischer Hot Spot. Gleiches gilt für leichte Anstiege.
Dies kann man gut mit eigenen Logaufzeichungen belegen.

Nicht so ohne Weiteres frei zugänglich sind viele Punktdaten  wie z. B. Seezeichen,
Verkabelungen, Sektorlichter, Wracks, die man lediglich zum Teil über OSM
oder anderweitig beziehen kann.

Die ganze grafische Bearbeitung der Karten ist natürlich schon ein wenig mehr
Gehirnschmalz, wobei man den Schattenlayer sicherlich auch über einen
Anbieter von GIS Software beziehen oder sich selbst erzeugen kann.
Insgesamt sind ziemlich gute GIS-Kenntnissen erforderlich.

Wer diese hat und rein theoretisch alle Daten zur Verfügung, der würde eine
Navigationskarte ziemlich exakt so hinkriegen, wie sie jetzt im Navico-Gerät erscheint
(außer 3D, da nicht für private Nutzung zugänglich), wobei man noch die verschiedenen
Einstellungsmenüs anders aufziehen müsste (die Original Menüs sind Navionics Know-How,
in das Navico Betriebssystem integriert, also wieder nicht zugänglich).

Allerdings könnte man sicherlich nicht den Aktualitätsgrad der Karte aufrecht erhalten,
weil die Aktualisierungsquelldaten ebenso nicht so ohne Weiteres zugänglich sind.

Die Sonarcharts Linien simulieren meiner Meinung nach eher Genauigkeit. Sie dürften interpoliert und
nicht wirklich gemessen sein, stimmen also nicht immer exakt, weisen aber in vielen Fällen in die
richtige Richtung (wie im Text oben kleinräumig aufgezeigt und sicherlich großräumig bewiesen werden kann).
Aber vermutlich werden über die Jahre entsprechende Lücken mit Sonarchart Live Daten der Nutzer gefüllt.

Offline TACKLEFEVER

  • Dieser Beitrag beinhaltet Werbung
  • *****
  • Beiträge: 729
  • Dieser Beitrag beinhaltet Werbung
    • Realname: TACKLEFEVER
Re: Im Test: Navionics Platinum+ MAP im Lowrance HDS Carbon
« Antwort #3 am: 17 November 2017, 23:18:38 »
Navioncis Maps können auch im Insight Planner angezeigt werden,
wie wir hier im ergänzenden Thema aufzeigen:
Laden einer Navionics Map in den Insight Planner
TACKLE FEVER Forum

Offline fjordfischer

  • Waller
  • ******
  • Beiträge: 1851
    • Realname: Jörg
  • My/Mein Echo Equipment: HDS-7 Carbon, HDS-7 G3, HDS-7 G2, SS3D, echoMAP-71sv
Re: Im Test: Navionics Platinum+ MAP im Lowrance HDS Carbon
« Antwort #4 am: 10 Dezember 2017, 10:41:52 »
Man kann seine Daten auch austauschen, ohne diese an Navionics hochzuladen*.

Wenn sich z. B. ein Kumpel eine Navionics+ Karte kauft, die auch Sonarchart Live
beherrscht, dann kann ich dem meine bereits mitgeschnittenen Daten übergeben.

Man muss dazu den kompletten Ordner lsdCache,
an genau die gleiche Stelle auf die Karte vom Kumpel kopieren.



Auch wenn es in Tests funktioniert hat, sei hier angemerkt,
das Navionics davon abrät einzelne lsd-Dateien aus dem Ordner
lsdCache hin und her zu schieben. Es kann nicht ausgeschlossen
werden das dabei auch mal etwas schief gehen kann.


Also warum das ganze?

*Das Ganze ist eine wichtige Option bei Verwendung bestimmter
Geber (z. B. Airmar TM150M), bei denen man gar keine gpx-Datei
mit Tiefenwerten für den Export zu Navionics erzeugen kann.

Wer in diesem Fall seine Daten nicht als sl2/sl3 mitgeschnitten hat
und kein Reefmaster hat oder C-Map-Genesis nutzt,
der ist ganz schön gekniffen.

Da bleiben nur die lsd-Dateien zur Nutzung, die aber nicht in die Karte
integriert werden können und nicht gegen Uferlinien interpoliert sind.

Offline fjordfischer

  • Waller
  • ******
  • Beiträge: 1851
    • Realname: Jörg
  • My/Mein Echo Equipment: HDS-7 Carbon, HDS-7 G3, HDS-7 G2, SS3D, echoMAP-71sv
Re: Im Test: Navionics Platinum+ MAP im Lowrance HDS Carbon
« Antwort #5 am: 14 Dezember 2017, 19:10:50 »
Der Punkt bei der Verwendung von lsd-Dateien anderer Personen (lsd steht vermutlich für livechart datas) ist der, dass man dabei immer das Gerät ausschalten, die Karte mit den veränderten Daten einlegen und dann erst das Gerät erneut einschalten sollte.
Die Karte kann dabei nur am PC bearbeitet werden, also lsd-Dateien löschen oder einfügen, da die Ordnerstruktur im Gerät (HDS etc.) ausgeblendet wird. Es empfiehlt sich zudem generell vor jeder Änderung, seine eigenen Daten irgendwo in einem Ordner auf dem PC zu sichern um ggf. den Ausgangszustand wieder herzustellen.
Führt man Veränderungen an der Karte bei eingeschaltetem Gerät durch, merkt das Betriebssystem sich den Ausgangszustand oder die Änderungen und überschreibt diese ggf. Im ungünstigsten Fall ist dann der lsdCache-Ordner sogar leer (selbst beim Testen erlebt).
Wie bereits angedeutet dürfte es Probleme damit geben, wenn lsd-Dateien mit gleichem Namen, und damit aus der gleichen Region verwendet werden. Bei weit auseinander liegenden Gebieten kann man dagegen problemlos fremde lsd-Dateien zu seinen eigenen hinzufügen oder auch einzelne davon löschen.
Noch ein Hinweis: Wenn man mit fremden Daten arbeitet, dann sollte man sich beim Überbringer nach der Lage seiner geloggten Gebiete erkundigen und diese notfalls mit Wegpunkten markieren. Liegen die Daten außerhalb der Grenzen der eigenen Karten, dann gibt es dazu keine hinreichend genauen Gewässerkarten. Da Sonarchart Live Daten erst ab einem Zoom von etwa 1 km Balkenbreite zu sehen sind, würde man sich totsuchen, wenn man nicht genau weiß, wo man anfangen soll.