Autor Thema: Erfolgreiche Ermittler des Kompetenz-Zentrums Bootskriminalität in Konstanz  (Gelesen 856 mal)

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Konstanz, 22.06.2017 (ots) - Die Ermittler des Kompetenz-Zentrums Bootskriminalität
stellten 2016 erneut Sachwerte in Millionenhöhe sicher und verzeichnen dabei einen
deutlichen Anstieg gestohlener Außenbordmotoren

Die vier Ermittler des Kompetenz-Zentrums Bootskriminalität Baden-Württemberg bei
der Wasserschutzpolizeistation Konstanz (KBK), das zum Polizeipräsidium Einsatz
Göppingen gehört, melden auch für das Jahr 2016 wieder beachtliche Erfolge bei den
Sicherstellungswerten von gestohlenen oder unterschlagenen Wasserfahrzeugen
und Außenbordmotoren. Gemeinsam mit benachbarten Fahndungsdienststellen aus
Deutschland und zwölf benachbarten Ländern schlugen die Fahnder insgesamt 157
mal zu.

Dabei gelang es, europaweit insgesamt zwölf Sportboote,
zwei Wassermotorräder (sog. Jetskis),
142 Außenbordmotoren und einen Bootstrailer
im Gesamtwert von ca. 1,1 Millionen EUR sicherzustellen.

Hinzu kam noch von den Ermittlern als "Beifang" bezeichnetes Diebesgut:
13 Kraftfahrzeuge,
22 hochwertige Reitsättel,
20 Kettensägen,
81 hochwertige Elektrowerkzeuge und
eine Vielzahl von Fahrrädern
im Gesamtwert von weiteren 325.000 EUR.

Seit dem 16-jährigen Bestehen der Fahndungseinheit konnten unter maßgeblicher
Beteiligung des KBK maritime Vermögenswerte in Höhe von 29 Millionen Euro
gesichert werden.

Auch im ersten Halbjahr 2017 konnten unter Mitwirkung des KBK bereits Sportboote
und Außenbordmotoren im Wert von über einer Million Euro sichergestellt werden.

Die meisten Sicherstellungen erfolgten - wie auch in den Jahren zuvor - in Deutschland.

Aber auch in 13 weiteren europäischen Ländern waren die Fahnder erfolgreich.
Deutschland ist nicht nur Tatort, sondern auch Transitland.
Die Zahlen belegen, dass die "Bootskriminalität" ein internationales Phänomen ist
und damit nicht auf rein nationaler Ebene erfolgreich bekämpft werden kann.

Vielmehr erfordert die Arbeit "grenzenloses Denken".

Die Täter, die dingfest gemacht werden konnten, stammten überwiegend aus
dem osteuropäischen Raum. Sie waren gut organisiert und höchst mobil.

Daher werden die fachspezifischen Kenntnisse des KBK auch von Interpol nachgefragt.
Das KBK war beispielsweise an den Ermittlungen in Libyen im Rahmen eines
Ladungsdiebstahls beteiligt, unterstützte die Moskauer Behörden bei der Zuordnung
entwendeter Außenbordmotoren und half auch den Fahndern in Griechenland,
als in einem verlassenen Schlauchboot 920 kg Marihuana gefunden wurden.

Bei den Bootsdiebstählen in Deutschland war im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015
mit 208 Fällen ein deutlicher Rückgang um 25% zu verzeichnen. Hier wurde lediglich in
Brandenburg ein signifikanter Anstieg von 41 auf 63 Bootsdiebstähle (+35%) registriert.

53 % der Boote wurden in den vier auch von Motorendiebstählen am stärksten betroffenen
Ländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein entwendet.

Ganz anders das Bild bei den gestohlenen Außenbordmotoren.
Hier verzeichneten die Ermittler mit 1437 Diebstählen gegenüber 2015 (1323 Diebstähle)
einen Anstieg um knapp 9% und damit eine neue Rekordmarke.
Bisheriger Rekordhalter war allerdings das Jahr 2014 mit 1354 Diebstählen.

Auf die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Schleswig-Holstein
entfielen im Jahr 2016 knapp 68% aller Diebstähle von Außenbordmotoren.

Die Gesamtschadenshöhe in Deutschland geben die Ermittler mit über 10 Millionen Euro an.
Boote und Außenbordmotoren stellen hohe Sachwerte dar.

Die Fahnder warnen in diesem Zusammenhang vor "faulen" Verkaufsangeboten im Internet.
Insbesondere gestohlene Außenbordmotoren mit zum Teil professionell gefälschten Seriennummern
finden ihre Abnehmer häufig über das Internet. Aber auch gestohlene Sportboote werden im Netz
angeboten und mit auf den ersten Blick plausiblen Historien verkauft.

Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn Dokumente fehlen und die Vorgeschichte unklar ist.
Um die Bürger davor zu schützen, Diebesgut zu kaufen und sich dabei eventuell selbst strafbar zu machen,
bieten die Ermittler des KBK den Service an, das Kaufobjekt VOR DEM KAUF überprüfen zu lassen.


Dieses Angebot gilt selbstverständlich auch für Bürger aus der Schweiz und Österreich.
Anfragen können telefonisch (+49 7531 5902-300) oder per E-Mail (kbk@polizei.bwl.de)
direkt an das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität gerichtet werden.

Im Internet kann auf unter
https://www.polizei-bw.de/Praevention/Documents/Eigentum/faltblatt_bootskauf.pdf
ein Flyer mit Informationen zu Risiken und Hinweisen beim Kauf
eines gebrauchten Sportbootes heruntergeladen werden.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin,
dass nach deutschem Recht an gestohlenen Gegenständen kein Eigentum erworben werden kann,
selbst wenn der Gegenstand bei einem Händler gekauft wurde !

Eine weitere, schon mehrfach dargestellte, aber immer noch funktionierende Masche:
Betrüger ködern Interessenten durch extrem günstige Preisangebote.
Dabei fordern sie im Vorfeld der Übergabe oftmals über durchaus seriöse ausländische
Finanzdienstleister für den Transport des Bootes oder Gegenstandes hohe Vorauszahlungen.

Geht der Kaufinteressent auf die Forderung ein und überweist,
ist er sein Geld los - das für ihn vermeintlich gute Geschäft findet jedoch nie statt.

Die Transportmasche funktioniert aber auch in die andere Richtung:
ein Kaufinteressent meldet sich bei einem seriösen Anbieter und macht die
Vorauszahlung für den Transport zur Bedingung für den Abschluss des Geschäfts.

Die Kreativität der Betrüger ist hierbei schier unerschöpflich.
Links zu scheinbar professionellen oder auch wirklich seriösen Spediteuren oder seriösen
Bootshändlern aus dem Ausland, bei denen das Boot angeblich zu besichtigen ist,
gescannte (verfälschte) Pässe und Bootsurkunden, falsche oder betrügerisch erlangte
echte Kontodaten verstärken das Gefühl, dass der Verkauf stattfinden wird
und dass der Geschäftspartner seriös ist.

Wichtige Hinweise der Polizei:
  • Gehen Sie mit persönlichen Daten bei Internetangeboten äußerst "sparsam" um.

  • Übermitteln Sie an den Interessenten nie gescannte persönliche Dokumente wie Reisepass, Bootsurkunden usw.
    Sie können sicher sein, dass Ihre Dokumente in verfälschter Form bei den nächsten Transaktionen der Betrüger
    wieder verwendet werden, um andere damit zu täuschen!

  • Übermitteln Sie NIEMALS Bankdaten wie IBAN und BIC!

  • Fragen Sie beim KBK an, wenn Sie beim Boots-/Motorenkauf /-verkauf unsicher sind oder Ihnen vom Gegenüber
    "Dokumente" übermittelt werden! Oftmals sind es "alte Bekannte" der Polizei, die hochprofessionell und konspirativ
    mit Aliaspersonalien arbeiten. Die Spezialisten erkennen derart gefälschte Dokumente schnell
    und können Sie vor finanziellem Schaden bewahren.

  • Nutzen Sie unsere Plakataktion mit den Abbildungen von aktuell entwendeten Booten. Diese Plakate können beim
    KBK oder den dort genannten Partnern postalisch angefordert werden. Das Plakat findet sich auch auf der Internetseite
    der Polizei Baden-Württemberg. https://www.polizei-bw.de/Praevention/Documents/Eigentum/plakat_gestohlene_boote.pdf

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Einsatz
Telefon: 07161 / 616 - 1224 oder -3333
E-Mail: goeppingen.ppeinsatz@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110981/3666983
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