Autor Thema: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!  (Gelesen 9193 mal)

Offline Häger

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Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« am: 23 Dezember 2014, 11:10:24 »
Wellenbrecher
Was tun gegen Seekrankheit?

So ziemlich jeder Bootsangler von uns hatte irgendwann schon einmal das äußerst unangenehme Gefühl in der Magengegend,
wenn es hart und ruppig auf dem Vereinssee, den Boddengewässern vor Rügen oder den Norwegischen Fjorden zuging.
Seekrankheit (Kinetose) kann einem den ganzen Angeltag vermiesen und nur schwer lässt es sich wirklich bekämpfen.
Die Symptome, die durch das schaukelnde Boot und dem damit irritierte Innenohr (Gleichgewichtsorgan) verursacht werden,
äußern sich bei jedem leidgeplagten unterschiedlich. Bei einigen ist es nur der trockene Mund und leichtes Unwohlsein,
der nächste muss sich schon heftigst übergeben, dies kann angeblich so weit gehen, dass der Betroffene Selbstmord als einzige
Lösung sieht. Dies ist aber wohl eher die absolute Ausnahme, wenn der Zustand über mehrere Tage (lange Segeltörns, etc.) anhält.
Bei normalen Angeltouren, die nur einige Stunden gehen, ist das Problem spätestens dann gelöst, sobald man die Füße wieder auf festem Boden hat.

Aber was kann man tun? Welche Möglichkeiten gibt es zur Vorbeugung?

Wenn man sich im Internet über das Thema Seekrankheit informiert, gibt es viele verschiedene Tipps, die einem helfen können.
Letztendlich muss es jeder selber ausprobieren, was einem hilft.

Der Grundstein für einen klaglosen Angeltörn auf See, sollte schon am Vorabend gelegt werden. Auch wenn es noch so schön ist mit
den Angelkameraden das Boddenwochenende oder ähnlich mit ein paar Bierchen am Vorabend einzuläuten, sollte man doch darauf verzichten. 
Nur zu schnell wird die Nacht sehr kurz und die Wahrscheinlichkeit, dass man von Seekrankheit geplagt wird reduziert schon dadurch,
dass man  gut ausgeschlafen die Planken des Bootes betritt.

Des Weiteren sollte man, wie schon erwähnt auf Alkohol und auch Zigaretten (diese Reizen die Magenwände) verzichten.
Auch fettiges, schweres Essen sollte nicht auf dem Speiseplan stehen. Begnügen sie sich lieber mit einer leckeren leichten Pasta …
Kohlenhydrate sollten es sein! Grundsätzlich ist es empfehlenswert nicht zu übersättigt aber auch nicht hungrig mit leeren Magen
an Bord zu gehen. Morgens vorm Trip ein leichtes Frühstück, vielleicht sogar mit Ingwertee anstatt Kaffee sollte perfekt sein.
Kaffee hat sehr viel Säure und reizt ebenfalls den Magen-Darm-Trakt. Ingwertee wird hingegen eine positive Wirkung gegen
Seekrankheit nachgesagt. Ein Versuch ist es allemal wert und der Glaube versetzt bekanntlich Berge.

Weiterhin sollte man alles was Stress verursacht vermeiden. Gucken Sie, dass Sie rechtzeitig und entspannt am Hafen ankommen
und nicht gehetzt sind. Was tun wir aber, wenn wir so gut gerüstet, den festen Bootssteg verlassen haben und es alles nichts
genützt hat? Im Hafen war noch alles gut und draußen werden die Wellen kippeliger, größer oder kommen langgezogen von
der Seite, was besonders oft als äußerst unangenehm wahrgenommen wird. Wir merken, wie der Mund trocken wird, wir frösteln,
bekommen Hitzewallungen, müssen gähnen und uns wird zunehmend unwohl. Ein weiteres Problem ist auch die Psyche, denn je
mehr Sie sich auf das ungute Gefühl einlässt und sich darauf konzentriert, desto schlimmer wird es. Also versuchen Sie immer
schön entspannt zu bleiben und lenken Sie sich ab, dies sollte beim Angeln nicht das Problem sein.

Die erste und wohl jedem bekannte Sofortmaßahme ist es, sich einen festen Punkt an Land zu suchen und diesen fest im Blick zu halten.
Versuchen Sie Panik zu vermeiden und Rauchern sei geraten auf Beruhigungszigaretten zu verzichten.  Bei einigen Petrijüngern reicht es
schon aus, wenn sich von einem Walkman beschallen lassen. Denn auch leise Musik kann beruhigend wirken.

Ich möchte darauf verzichten, Ihnen Ratschläge bezüglich Medikamente zu geben, da ich kein Arzt oder Apotheker bin.
Hier gibt es am Markt eine Vielzahl an Arzneimitteln, die auch rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen sind. Allerdings
haben diese ebenso Nebenwirkungen. Vornean: Müdigkeit! Dies hört sich vielleicht nicht sehr „gefährlich“ an, aber nach
einer 8 Stündigen Boddentour und darauf folgenden langen Heimfahrt mit dem Auto sollte man dies keinesfalls  außer Acht lassen. 

Übliche Arzneimittel gegen Reise-bzw. Seekrankheit sind Kaugummis (z.B. Superpepp), Zäpfchen, Ohrpflaster und Tropfen.
Diese wirken alle am besten, wenn man Sie vor der Seekrankheit einnimmt, sozusagen Proaktiv. Ich selber habe gute Erfahren
damit gemacht, wenn ich das Gefühl hatte  das „es“ losgeht, ein Kaugummi Superpepp zu nehmen.
Vielleicht ist es auch nur die psychologische Wirkung, aber bei mir hat es meist geholfen und nach kurzer Zeit konnte ich mich
wieder völlig störungsfrei mit Werfen, Drillen und Keschern beschäftigen.
Im Übrigen sind hauptsächlich die „Beifahrer“ betroffen und der Kapitän selber nicht, also wenn es möglich ist,
stellen Sie sich gern selber einmal hinter den Lenkstand.

Ich wünsche Ihnen allseits gute Fahrt und hoffe, dass Sie bei Ihren nächsten Touren nicht unfreiwillig die Fische füttern.

Stephan Mohr

Offline fjordfischer

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #1 am: 23 Dezember 2014, 12:05:46 »
Hallo Stephan,


wir haben wirklich harte Fälle von Seekrankheit ab See 3 bei uns im Team. Das einziges, was sicher hilft ist 1/2 h vor Abfahrt eine Reisetablette (z. B. Ratiopharm) und zum Mittag nochmal eine. Wenn das Angeln bis etwa 15 Uhr geht, danach 1,5 h Rücktour, dann ist man auch für das Auto noch fit. Reisetabletten scheinen aber die Fahrtüchtigkeit nicht allzu sehr einzuschränken und wirken auch mit ein paar Bier nicht verstärkt.

Selbst in Fällen, in denen man nicht erbricht, aber einem immer unwohl oder übel wird, sollte man wenigstens eine Pille nehmen. Es angelt sich einfach entspannter, wenn nicht der Magen rummelt.

Erstaunlicherweise ist mit Seekrankheit vor allem auf der Ostsee mit dem Kutter zu rechnen, mit kleinen Booten auf dem Fjord in Norwegen wird bei uns keiner seekrank, trotz manchmal/selten 1 bis 2 m Wellen. Die Ostsee ist aber wegen der kurzen Wellenlänge für dieses Phänomen bekannt und auf der offenen Nordsee ist auch mit Seekrankheit zu rechnen.


Gruß
fjordfischer

Offline chucky

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #2 am: 23 Dezember 2014, 12:10:48 »
Interessante Tipps Danke.

Offline Luke

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #3 am: 23 Dezember 2014, 12:45:21 »
Tolle Tipps in den Beiträgen  :freude: :freude: :freude:

Wer ist denn davon betroffen und ist bereits sich zu outen ?  :-) :-)

Ich kenne das Gefühl direkt auf der See nicht so wirklich,
da ich auf See bisher nur auf großen Pötten und das recht kurz unterwegs war.

Aber vom Bootsangeln an sich geht es mir Abends dann manchmal so das sich denke es schwankt immer noch,
obwohl ich fest stehe.  rofl
Grüße
Luke

Offline redlcux

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #4 am: 23 Dezember 2014, 13:09:06 »
Hi,

auf dem Kutter sollte man bei der Anfahrt zum Platz auf jeden Fall nicht im vermieften, verräucherten Innern sitzen bleiben, sondern -wenn irgendwie möglich- sich die frische Brise um die Ohren schlagen lassen. Sehr wichtig ist es aber vor allem, nicht mit leeren Magen loszufahren; auch wenn einem trotzdem unwohl werden sollte ist es immer noch besser, nicht nur Galle spucken zu müssen;-) Ne, mal im Ernst, etwas zu essen ist immens wichtig.

Zur Not, wenn alle Stricke reißen, müssen halt die Reisetabletten herhalten. Das sollte aber in der Regel unnötig sein.

Viele Grüße von der Nordseeküste!

Offline Pälzer-Buu

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #5 am: 23 Dezember 2014, 14:36:50 »
Kutter angeln war ich bis jetzt noch nicht, jedoch schon des Öfteren mit kleineren Trollern
auf den Südlichen Weltmeeren unterwegs.
Gerade im April diesen Jahres auf den Seychellen hatten wir heftige Bedingungen mit
wirklich sehr krassen Seegang! Wellen um die 6m und dabei kräftig am Jiggen.

Mir macht das recht wenig aus, ich werd da eher Landkrank. Jedoch meine Freundin
war das erste mal überhaupt auf hoher See und die hat sich paar Vomex A reingeknallt,
war dann zu wie Harry aber es hat ihr dann super gefallen  :lachen2:

Auch sehr gut, das weiß ich von nem Kumpel der ein Charterboot besitzt, sind Scopolamin-Pflaster.
Die empfielt er seinen Kunden einen Abend vor Ausfahrt schon aufszukleben.

Ansonsten auch ganz interessant: Ingwer oder Limettensaft. Hatten die Skipper auf
den Seychellen mit an Bord. Soll auch ganz gut helfen.

Und wenns halt drückt dann raus mit dem Mageninhalt  :-)

Offline Luke

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #6 am: 23 Dezember 2014, 15:35:21 »
Ach, das ist deine Masche, dein Geheimnis um den WAF Faktor zu erhöhen.  rofl rofl rofl
.... Jedoch meine Freundin
war das erste mal überhaupt auf hoher See und die hat sich paar Vomex A reingeknallt,
war dann zu wie Harry aber es hat ihr dann super gefallen  :lachen2:
Grüße
Luke

Offline Pälzer-Buu

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #7 am: 23 Dezember 2014, 15:51:39 »
Ach, das ist deine Masche, dein Geheimnis um den WAF Faktor zu erhöhen.  rofl rofl rofl

Du hast es erkannt Luke rofl
Für Costa Rica bin ich gerade am Charter suchen und bis jetzt
ist die Holde auch nicht abgeneigt  :applause:

Offline dominik sabalo

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #8 am: 23 Dezember 2014, 21:59:12 »
Ich nehm seit 1994 nur noch Tabletten.

Die machen zwar Müde wie die Sau aber die Kotzerei  fällt weg.
„Und als Du entschiedst, mein Gott, dass die Konföderation verlieren sollte, wusstest Du, dass Du zunächst Deinen Diener, Stonewall Jackson, aus dem Weg räumen musstest.

Offline Mekongwels

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Re: Wellenbrecher....was tun bei Seekrankheit?!
« Antwort #9 am: 23 Dezember 2014, 22:43:35 »
Von was redet ihr da?
Boot:
Jeanneau Cap 400 Console, Rigiflex