Autor Thema: Die unwilligen Zander  (Gelesen 3073 mal)

Offline Luke

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Die unwilligen Zander
« am: 28 Juni 2015, 15:18:11 »
Die Zeit ist reif.....
Endlich mal wieder.....
Es wurde mal wieder Zeit.....

So oder so ähnlich könnte man beginnen wenn man lange nicht mehr am Wasser war.
Aber ich beginne diesmal ganz direkt:

Pälzer Buu hat mich auf seinen Angelkahn eingeladen.
Das letzte mal das wir zusammen aktiv waren ist schon eine ganze Weile her,
und daher war es schon lange ausgemacht das wir mal wieder los ziehen.
Diesmal wie schon erwähnt auf seinem Kahn.

Der Wasserstand war recht hoch und daher die Strömungsverhältnisse sehr ausgeprägt.
Da sollte doch an der Strömungskannte einer Mündung etwas zu holen sein, so dachten wir uns das zuerst.

Aber wir wurden dann eines besseren belehrt.
Wir hatten keinen einzigen Kontakt.
Die Mündung gab nichts her.
Immer wieder kamen auch andere Boote und verzogen sich nach einiger Zeit ohne Fang auch wieder.

Also haben wir es uns bequem gemacht und daran gemacht die Fische mit dem Echolot zu suchen.




Welcher Bait ist wohl der richtige zum suchen ?



Hier wurden wir immer mal wieder fündig.

Schöne Einzelechos, Schwärme und auch schöne einzelne neben Schwärmen.



Hier Einzelechos weit verstreut überall.




Hie ein richtig dicker Brocken direkt neben einem Schwarm,
der sich von links nach rechts bis unter das Boot erstreckt.
Da wartet vielleicht ein Räuber auf eine Gelegenheit.

Aber letztendlich wollte er unsere Köder nicht haben.




Hier ein Schwarm, begleitet von einigen größeren.


 
















An ein paar schönen Ködergräbern, sprich Baumstämmen die hoch ragten kamen wir auch noch vorbei.



Nun ja, so schön Echolot schauen auch sein kann,
beim Suchen war uns leider kein Erfolg gegönnt.
Insgesamt waren es zu wenige Stellen mit zu wenig Fisch.

Daher machten wir uns wieder auf den Weg zur Mündung.
Es war ja etwas Zeit vergangen also sollte man es dort mal wieder versuchen.
Ein anderes Boot verzog sich gerade aus dem Mündungsbereich und machte so Platz für uns.

Also auf ein neues.
Gummis auf den Jigkopf gezogen und geworfen was die Arme verkraften.
Un das im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Strömung war so stark das wir mit 21 Gramm, selbst mit Pintail,
kaum Grundkontakt bekamen. Es wurde einfach alles mitgerissen.
Also ging es schwerer, jetzt mit 30 - 50 Gramm an den Start  :schock:
Jetzt war endlich Grundkontakt möglich.
Wir kurbelten und animierten, faulenzten und jiggten um die Wette.
Aber auch jetzt gab es "zunächst" keinen Fisch Kontakt der uns Mut gab.

Ich hatte schon wieder auf C-Rig umgestellt,
also mich Steffen plötzlich aus meiner Konzentration riss.

"FISCH" "Ohhh" und weg isser....

Dann, 2 Würfe weiter hatte er wieder Kontakt...
...und wieder war der Fisch kurz nach dem Anhieb weg.

Das Signal für mich wieder auf Gummi am Jigkopf zu schwenken.

Und dann hatten wir Kurzweil für mehrere Stunden.
Es gab immer wieder Kontakte
Aber keiner wollte einen Angst Drilling platzieren.
So blieben die meisten, wohl weil sie nur das Gummi erwischten an den
diversen eingesetzten Baits, wohl lediglich am Gummi kurz hängen.

Auf die Walleye Assassin 4" von Bass Assassin (Farbe "Electric Chicken",
"Opening Night" und "Fire Tiger") gab es insgesamt um die 3 Bisse.

Auf die Sea Shad 5" gab es deutlich die meisten Bisse. Mit der Farbe "Opening Night"
waren es ca. 5 schöne Bisse, beim "Salt & Pepper" war es nur ein Biss

Und sonst haben wir diverse Größen verschiedener Baits,
inkl. Noname aus einer Krabbelkiste getestet.

Wir haben den Sea Shad mal fotografiert, stellvertretend für seine Kollegen.

   

Aber dann gelang es auch mal einen zu haken und zum Boot zu führen.

Steffen war hier erster und brachte an seinem Sea Shad 5" einen ca. 55er Zander in Sichtweite.
Leider kam er nur bis auf 4 Meter ans Boot ran,
denn dann hatte er keine Lust mehr und hat sich abgeschüttelt.

Dann war ich an der Reihe und merkte schon zu Beginn.... zuuu klein....
Also ratzfatz mit enttäuschter Miene wieder ins Wasser mit dem Lütten.



Dann waren wieder Bisse und Verluste angesagt.
Es war immer mal wieder für kurze Zeit etwas ruhiger und wir mussten sie wieder ein wenig suchen.
Aber dann waren die Kontakte um so spannender.
Das ganze erstreckte sich wie schon erwähnt über einige Stunden hinweg.

Steffen war schon ziemlich angefressen von den vielen Möglichkeiten die wir hatten,
aber nicht verwertet haben.



Aber wir gaben nicht auf.

Plötzlich merkte ich das sich irgend etwas geändert hatte.
der Bait kam nicht so auf dem Grund an wie beim vorherigen Faulenzer Jump.
Also gab es einen größeren Jig, der evtl. auch als Anhieb funktioniert.
Und das hat er.

Die Rute ist krumm, der Fisch hängt.
Und nicht nur leicht krumm, sondern richtig schön gebogen.
Und das obwohl mir von der Speedmaster Spitze einige cm nach einem Bruch fehlen.
Dennoch oder gerade deshalb sah man gleich das ist ein ordentlicher Geselle.
Und er schien wirklich gut gehakt zu sein.

Ich äußerte noch zu Steffen, "Rucksack, die Kamera, Aufnahme"
und erhielt dann auch recht fix die Antwort "Aufnahme läuft."

Klasse, das sieht so aus als ob der an Board kommt.
Die Fluchten sind Lehrbuchmäßig für einen Zander.

Die Größe schien toll aber nicht zu groß als das das Gerät oder die Bremse etwas zu tun hatte.
Daher war der Drill recht kurz und der Fisch kam an ordentlich gekrümmter Rute in Sichtweite.

Das war wohl etwas zu schnell gedrillt, er sprang.  :schock:
"Was für ein Fisch" hörte ich Steffen sagen.
"Hast du ihn gesehen ?" fragte ich und meinte ob er die Kamera drauf gehalten hat.
Aber vor lauter Anspannung vom mitfiebern war die Kamera leider nur auf den Boden
des Bootes gerichtet und man hört nur unsere Kommentare  rofl rofl rofl
"Boah, was ein Brocken", "Was ein Fisch" usw. usw..

Nach weiteren Fluchten an der gespannten Schnur wollte er unter dem Boot durch.
Aber nicht mit mir sagte ich und hatte ihn dann auch gleich wieder vor uns.
Dann kam etwas Ruhe und ich dachte jetzt kann er gelandet werden.

Er kam dem Boot immer näher und verhielt sich sehr ruhig.
Jetzt hatte Steffen auch mal die Kamera in Richtung Fisch gehalten.
Ein guter Ü70er Zander zeigte sich uns.





Aber wie immer, lag der Kescher im Auto und Steffen hatte nur einen Grip parat.
Es schaute aber gut aus.
Der Fisch lies sich recht einfach zum Grip führen und der Grip landete auch gleich im Maul.

Aber dann passierte es.
Der Grip gefiel ihm absolut nicht und ausgedrillt war er noch lange nicht. :schock:
Jetzt machte er heftig Rabatz.



Kräftig hin und her geschüttelt und weg war Grip und Haken.



Das spritzende Wasser war das letzte was wir von ihm sahen.

Mann was war das denn ?

Wir sind geläutert.
Ich habe meinen Grip seit 7 Jahren in Benutzung und sowas noch nicht erlebt.
das man den Grip mal nicht platzieren kann, weil das Maul geschlossen ist, das passiert.
Aber ein Grip der im Maul platziert ist,
der Finger, im Video deutlich zu sehen vom Abzug weg geht,
der Fisch dann den gerade schließenden Grip, so aushebelt das er,
weil noch nicht ganz geschlossen wieder voll aufgeht.
Ein Krasses Negativ Argument gegen einen Grip.

Und egal ob das jetzt dem Grip Modell oder dem Fisch geschuldet ist,
ich kann versichern das weder Steffen noch ich, jemals wieder ohne Kescher aufs Boot gehen.
Und falls doch mal kein Kescher dabei ist, dann ist eben Handarbeit angesagt.

Einen derart schönen Fisch verliert man nur sehr ungern, so nahe am Boot.

ABER,
wir hatten beide, ungeachtet der Verluste,
einen derart spannenden Angeltrip,
der geradezu nach einer Wiederholung schreit.
Das war ein verdammt geiler Nachmittag.


Grüße
Luke

Offline dominik sabalo

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #1 am: 28 Juni 2015, 17:34:27 »
Oje  :cry:

Super geschrieben. :freude:

Schade um den schönen Zander da steht dein Name drauf für das nächste mal.

Bei Lidl sind Kescher im Angebot :lachen2:



„Und als Du entschiedst, mein Gott, dass die Konföderation verlieren sollte, wusstest Du, dass Du zunächst Deinen Diener, Stonewall Jackson, aus dem Weg räumen musstest.

Offline Pälzer-Buu

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #2 am: 28 Juni 2015, 17:55:38 »
Sehr schöner Bericht!  :freude:
Bin gerade drausen! Mit neuem Kescher  :lachen2:


Offline Luke

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #3 am: 28 Juni 2015, 18:01:40 »
 rofl rofl
Wie Geil  :freude:

Aus Alu, das er immer im Boot bleiben und nicht im Auto vergessen werden kann ?  :-)

Dann Petri Heil, hoffe du bekommst einen der Aussteiger an den Haken, gerne den größeren  ;-)
Grüße
Luke

Offline Reinbeker

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #4 am: 28 Juni 2015, 20:38:33 »
Danke für die schönen Berichte und Bilder :freude:
Schade um den Zander, aber er wartet auf dich Andreas
und dann ist er auch noch gewachsen. :-)
LG H-J

Offline tiktak

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #5 am: 28 Juni 2015, 21:48:11 »
Petri zu den Fischen !

Offline Pälzer-Buu

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #6 am: 28 Juni 2015, 22:05:09 »
So bin zurück. Heute war es zäh. Ich glaube ich hatte zwei Bisse, sonst nix. Hab dann noch geloggt wie ein Weltmeister, allerdings ohne SD-Karte!  rofl
Die Yachtfahrer haben genervt....

Offline Luke

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #7 am: 28 Juni 2015, 22:11:19 »
So bin zurück. Heute war es zäh. Ich glaube ich hatte zwei Bisse, sonst nix.
Schade.

Hab dann noch geloggt wie ein Weltmeister, allerdings ohne SD-Karte!  rofl
Die Yachtfahrer haben genervt....
Wie geht das ohne SD Karte, meckert das Gerät da nicht ?
Auch nicht irgendwann Speicher voll oder ähnlich ?

Sind sie zu schnell rein gekommen ?
Vielleicht hätte geholfen wenn du es mit den Worten von Ralf Richter im Film Superstau gehalten hättest.
Zitat: "Ich ramm die Sau"  rofl rofl rofl
Grüße
Luke

Offline Häger

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #8 am: 29 Juni 2015, 05:40:31 »
ohhhh wie ärgerlich, Luke.Immer ätzend, wenn so etwas passiert. Aber Biss, Fang´und Drill- Petri gen Süden :freude:

Offline Pälzer-Buu

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Re: Die unwilligen Zander
« Antwort #9 am: 29 Juni 2015, 07:50:41 »
Schade.
Wie geht das ohne SD Karte, meckert das Gerät da nicht ?
Auch nicht irgendwann Speicher voll oder ähnlich ?

Das Gerät speichert GPS und Tiefendaten automatisch wenn eine SD-Karte im Slot ist.
Es kommt keine Meldung wenn dem nicht so ist. Wenn ich die kompletten Echolotdaten
aufzeichne, sodass ich mir die nochmal anschauen kann, dann meckert er rum wenn keine
im Slot ist.

Zitat
Sind sie zu schnell rein gekommen ?
Vielleicht hätte geholfen wenn du es mit den Worten von Ralf Richter im Film Superstau gehalten hättest.
Zitat: "Ich ramm die Sau"  rofl rofl rofl

Da wäre ich sogar im Vorteil! Massiver Stahl vs. GFK  :fru_st:
Vielleicht könnten wir ja noch eine Galionsfigur schweißen.
Nen Benziner AB hinten dran um auf die richtige Geschwindigkeit
zu kommen und ab gehts  :freude:

Ne, die haben tierisch genervt. Die haben überall geankert, auch im verbotenen Bereich.
Die WaSchPo is nur durchgefahren hat sich aber nicht gestört. Dann sind so halbstarke
Schnösel-Sohnemanns mit Papis Speedboot mit ordentlich Dampf reingedonnert, dass
mich die Wellen hin- und hergerissen haben.....

Auf´m Hauptstrom sind im 2min Takt die Yachten vorbeigerast. Also nebst Wind und starker
Strömung nochmals ein Level schwerer Gefühl zum Köder zu haben  :wink:

Man muss wirklich raus wenns Wetter sch***** ist. Dann machts Spaß!
Ich mag mir nicht ausmalen wie´s im Reffental ausgesehen hat...